Wissen · NIS2
Das deutsche NIS2-Umsetzungsgesetz
Das NIS2-Umsetzungsgesetz — offiziell „NIS-2-Umsetzungs- und Cybersicherheitsstärkungsgesetz" (NIS2UmsuCG) — überführt die EU-Richtlinie NIS2 in deutsches Recht. Es ergänzt das BSI-Gesetz und verschärft Pflichten zur Cybersicherheit erheblich.
Anders als die bisherige KRITIS-Regulierung adressiert das Gesetz auch viele mittelständische Industrieunternehmen — insbesondere in den Sektoren Energie, Wasser, Lebensmittel, Verkehr, verarbeitendes Gewerbe und digitale Dienste.
Verstöße können mit Bußgeldern bis 10 Mio. € oder 2 % des weltweiten Konzernumsatzes geahndet werden. Geschäftsleitungen haften zudem persönlich.

— Das regelt das NIS2-Umsetzungsgesetz —
Status der Umsetzung in Deutschland
Die EU-Frist für die nationale Umsetzung war der 17. Oktober 2024. Das deutsche Umsetzungsgesetz befindet sich im parlamentarischen Verfahren. Unternehmen sollten den Inkrafttretens-Stichtag nicht abwarten — die fachlichen Anforderungen sind heute bereits bekannt und in der Praxis umsetzbar.
Welche Pflichten kommen auf Unternehmen zu?
- Registrierung beim BSI als wesentliche oder wichtige Einrichtung
- Risikomanagement mit dokumentierten technischen und organisatorischen Maßnahmen
- Meldepflicht: Frühwarnung binnen 24 h, qualifizierte Meldung binnen 72 h
- Nachweis der Wirksamkeit der Maßnahmen gegenüber dem BSI
- Schulung und Verantwortlichkeit der Geschäftsleitung
Bußgelder und Haftung
Wesentliche Einrichtungen müssen mit Bußgeldern von bis zu 10 Mio. € oder 2 % des weltweiten Jahresumsatzes rechnen. Wichtige Einrichtungen mit bis zu 7 Mio. € oder 1,4 %. Geschäftsleitungen können zudem persönlich für Versäumnisse haftbar gemacht werden.
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